
Der Nachwuchs unseres Ortsverbandes blickt auf eine spannende Fledermaus-Beobachtung zurück.
Auf Anregung der Fledermausgruppe der Stadt Rosenheim und örtlicher Naturschutzorganisationen traf sich eine Gruppe Interessierter am RoMed Klinikum. Das Ziel: Die Tiere beim Ausschwärmen in der Dämmerung zu beobachten und zu zählen. Auch ein Team unserer Jugendgruppe war zusammen mit seinen Eltern mit von der Partie.
Selbstgebaute Technik im Einsatz
Die Beteiligten waren mit speziellen Fledermausdetektoren ausgestattet. Das Besondere daran: Die Jugendlichen und auch Mitglieder des LBV haben diese Geräte unter Anleitung von Klaus (DL8MEW) als Projekt der Funkamateure selbst gebaut.
Die Abendstunden sind der ideale Zeitraum für die Beobachtung, da die Tiere dann ihre Quartiere in den Spalten der Fassadenverkleidung verlassen, um mit der nächtlichen Jagd zu beginnen.
Was hat das mit Amateurfunk zu tun?
Mancher mag sich fragen, wie Fledermäuse und Funktechnik zusammenpassen. Die Antwort liegt im Gerät selbst: Neben der Nachwuchsförderung durch das gemeinsame Basteln ist vor allem das Innenleben der Detektoren für uns Funkamateure spannend.
Die Ultraschallwellen der Fledermäuse werden mittels eines VFO auf eine hörbare Frequenz gemischt, gefiltert und verstärkt. Dieses Überlagerungsprinzip (Superhet) gehört zum Grundwissen im Amateurfunk. Ob man nun Hochfrequenz (HF) oder Ultraschall verarbeitet, macht technisch gesehen kaum einen Unterschied.
Ein passendes Ergebnis
Unser Nachwuchs-Bastler Fynn (im Bild zu sehen) war besonders aufmerksam und zählte genau 73 Fledermäuse. Ein passenderes Ergebnis hätte man sich im Amateurfunk kaum wünschen können! Wie berichtet wurde, handelte es sich bei den beobachteten Tieren hauptsächlich um Abendsegler und Zwergfledermäuse.
Das Projekt Fledermausquartiere in der Stadt Rosenheim, welches letztes Jahr durchgeführt wurde und aus den Mitteln der Glücksspirale und des Bayerischen Naturschutzfond gefördert wurde, hat die Datenbasis des Arbeitskreis Fledermausschutz deutlich verbessert. So konnten insgesamt 13 neue Quartiere in der Stadt Rosenheim, sowie ein paar im Landkreis festgestellt sowie zahlreiche bekannte Quartiere wieder bestätigt werden.
Das Projekt hat gezeigt, dass das Stadtgebiet Rosenheim trotz fortschreitender baulicher Verdichtung weiterhin ein hohes Potenzial als Lebensraum für Fledermäuse besitzt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele frühere Quartierangaben nicht mehr aktuell sind und Winterquartiere nur unzureichend bekannt sind. Kirchen und Brücken spielen derzeit nur eine untergeordnete Rolle als Quartiere, bieten jedoch teilweise Entwicklungspotenzial durch gezielte Maßnahmen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Quartiersbesitzern, Fachbetrieben und Behörden unter Mitwirkung des Arbeitskreises Fledermausschutz vom LBV.
Auch nach Abschluss des Projektes freut sich der AK Fledermausschutz in Rosenheim über die Meldung von Fledermausquartieren unter der E-Mail
fledermaus@farero.de.
Weitere Infos: https://www.charly14.de/bastelprojekte/









